Vorbeugender Waldbrandschutz

Der Waldbrandschutz in Sachsen-Anhalt umfasst vorbeugende Maßnahmen, die die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden verhindern sollen. Dazu zählen insbesondere das Anlegen von Wundstreifen, die Festlegung von Waldbrandgefahrenstufen, und die Überwachung der Wälder bei Brandgefahr.

Ein etwa 1.300 km langes Wund- und Schutzstreifensystem wird entlang von Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnstrecken, Zeltplätzen, Parkplätzen und ähnlichen Einrichtungen unterhalten.

Karte der Waldbrandvorhersageregionen in Sachsen-Anhalt

Waldbrandgefahrenstufen geben die aktuelle Waldbrandgefahr an. Sie dienen als Grundlage zur Einleitung entsprechender Schutzmaßnahmen.

Die Waldbrandgefahrenstufen werden durch den Deutschen Wetterdienst in Form des Waldbrandgefahrenindex  (WBI) berechnet. Bei der Berechnung werden Feuerintensität, Verbrennungswärme, Masse des brennbaren Biomaterials und Laufgeschwindigkeit des Bodenfeuers berücksichtigt.

In Sachsen-Anhalt stellt der zuständige Kreiswaldbrandschutzbeauftragte in der Zeit zwischen dem 1. März und dem 30. September des Jahres auf der Grundlage der Daten des Deutschen Wetterdienstes die Waldbrandgefahrenstufe fest und gibt diese nach den Vorgaben der Waldbrandschutzverordnung bekannt.

Folgende Waldbrandgefahrenstufen werden für die jeweiligen Waldbrandvorhersageregionen festgelegt:

 

Waldbrandgefahrenstufe

Bedeutung
          1sehr geringe Gefahr
          2geringe Gefahr
          3mittlere Gefahr
          4hohe Gefahr
          5sehr hohe Gefahr

Im Landkreis Wittenberg sind 3 Waldbrandvorhersageregionen ausgewiesen.

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Waldbranderkundung

Ein Feuerwachturm bei Arnsdorf im Landkreis Wittenberg.

In Sachsen-Anhalt wird die Waldbranderkundung in den Gebieten der Waldbrandgefahrenklasse A mit Hilfe des automatisierten Waldbrandfrüherkennungssystems (AWFS) „Fire Watch“ ® durchgeführt.

15 Kameras, die auf Feuerwachtürmen, Funkmasten und anderen hohen Objekten installiert sind, beobachten jeweils eine Waldfläche von bis zu 700 km². Das System erkennt automatisiert Rauchentwicklungen und leitet diese an die Waldbrandzentralen in Annaburg, Genthin und Kötze weiter. Dort wertet ein Operator die eingehenden Meldungen aus und alarmiert im Falle eines Brandes die Feuerwehr.

Für die Zeit der Waldbrandgefährdung ist durch das Landeszentrum Wald ein Waldbrandbereitschaftssystem mit Diensthabenden organisiert. Je höher eine Waldbrandgefahrenstufe ausgewiesen ist, desto länger werden die Waldflächen täglich überwacht.

Dienstzeiten der Waldbranddienstbereitschaft im Landeszentrum Wald
Waldbrandgefahrenstufe

Waldbranddienstbereitschaft im Landeszentrum Wald

                  2 und 3

von 9 bis 17 Uhr (MEZ) oder 10 bis 18 Uhr (MESZ)

                  4

von 9 bis 18 Uhr (MEZ) oder 10 bis 19 Uhr (MESZ)

                  5

von 9 bis 19 Uhr (MEZ) oder 10 bis 20 Uhr (MESZ)

 Bei der Waldbrandgefahrenstufe 1 besteht keine Dienstbereitschaft.

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Was kann ich als Waldbesucher tun?

Waldbesucher sind aufgefordert, durch ein umsichtiges und rücksichtsvolles Verhalten das Waldbrandrisiko zu minimieren. Folgende rechtlich verbindliche Regeln sind bei einem Besuch im Wald zu berücksichtigen:

Es ist verboten,

  1. in der freien Landschaft einschließlich angrenzender Straßen brennende oder glimmende Gegenstände wegzuwerfen,
  2. durch Rauchen leicht entzündbare Bestände und Einrichtungen der Land- und Forstwirtschaft wie Strohdiemen, reife Erntebestände oder trockene Hecken zu gefährden,
  3. bei Waldbrandgefahrenstufen 2 bis 5 außerhalb von geschlossenen Räumen im Wald oder in einem Abstand von weniger als 15 Metern zum Wald zu rauchen,
  4. im Wald oder bei Waldbrandgefahrenstufen 2 bis 5 in einem Abstand von weniger als 30 Metern zum Wald ein offenes Feuer außerhalb von öffentlichen Grillplätzen anzuzünden oder
  5. bei Waldbrandgefahrenstufe 5 den Wald außerhalb von Wegen zu betreten.

Satz 1 Nrn. 4 und 5 gilt nicht für Waldbesitzer, Jagdausübungsberechtigte,
von ihnen beauftragte Personen sowie Personen, die sich im Rahmen ihrer Gewerbe-, Berufs- oder Dienstausübung im Wald aufhalten.

Waldbesucher werden gebeten, auftretende Brände umgehend der Feuerwehr zu melden. Das Landeszentrum Wald warnt jedoch ausdrücklich davor, einen Brand eigenständig löschen zu wollen. Waldbrände besitzen eine Eigendynamik, die von Waldbesuchern nicht eingeschätzt werden kann!

 

 

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