Walderschließung

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Holz aufgrund seiner Schwimmfähigkeit auf Wasserwegen einer Verwendung durch Trift oder Flößerei zugeführt. Daneben erfolgte die Holzbringung im Mittel- und Hochgebirge durch Riesen. Aber auch der Waldwegebau mit dem Ziel der Walderschließung und der Einsatz pferdegezogener Wagen  hielt mit der weiteren Industrialisierung und Entwicklung Einzug in die forstlichen Disziplinen.
Unter Walderschließung ist die Summe aller Maßnahmen und Einrichtungen zu verstehen, die den Zugang zu einzelnen Waldflächen, die Durchführung von waldbaulichen Pflegemaßnahmen und den Transport der Forstprodukte unter weitgehender Vermeidung von Schäden an Boden, Waldbestockung und der Landschaft zu ermöglicht bzw. erleichtert. Darüber hinaus dient die Wegeerschließung der Sicherung der Erholungsfunktion und der Schutzfunktion des Waldes.
Die Walderschließung ist in ihrer Gesamtheit eine wesentliche Voraussetzung für die Planung, Durchführung und Kontrolle jeder forstlichen Produktion. Jede nachhaltige Forstwirtschaft erfordert eine nachhaltige Walderschließung. Diese angestrebte permanente Erschließung schafft erst die Voraussetzungen für eine moderne Forstwirtschaft, so u.a. durch die Gliederung der Waldfläche.
Die Gliederung des Waldes beinhaltet die Schaffung von kleinflächigen Beständen, von leicht zu mobilisierenden Reserven für eine flexible Ertragsregelung, von Angriffslinien für Verjüngungen und für die Waldpflege als entscheidende Voraussetzungen für einen modernen Waldbau. Die überlegte Erschließung erleichtert die Abwehr von Schäden an stehendem und geerntetem Holz, die Trennung von Wald und Feld und die Öffnung des Waldes für erholungssuchende Menschen.
In dünn besiedelten Gebieten kann die Walderschließung wichtiger Bestandteil der Infrastruktur eines ganzen Gebietes sein, mit allen damit verbundenen positiven und negativen Folgen. Die Walderschließung hat daher auch alle Funktionen des Waldes zu berücksichtigen und in eine integrale Erschließung mit dem höchsten möglichen Nettonutzen einmünden zu lassen.